Kinder- und Jugendbücher

 

 9783772526954_11392-1Was für ein Cover! Macht es nicht sehr neugierig? Ich jedenfalls fühlte mich „magisch“ angezogen! Und das Cover verspricht nicht zuviel! Ich habe die Geschichte von Lizzie und ihrem „magischen Geigenspiel“ sooo gerne und atemlos gelesen! Lizzie, die so gerne gut Geige spielen möchte und doch so erfolglos übt und ihr ganzes Umfeld mit ihrem furchtbaren Spiel fast in den Wahnsinn treibt, fährt eines abends völlig frustriert in den Park und hört … wunderschönes Geigenspiel! Magisch angezogen von den Klängen trifft sie auf einen sehr alten Geiger, der ihre Traurigkeit spürt und  intuitiv weiß, was die Ursache ihrer Traurigkeit ist. Er überläßt ihr seinen Geigenbogen auf Zeit und spricht ihr Mut zu. Lizzie ist zunächst noch unsicher, den Bogen überhaupt auszuprobieren, doch als sie es schließlich doch tut, es ist magisch – ihr Spiel ist von nun an großartig und es erfüllen sich ihre größten Wünsche! Doch auch Andere haben Interesse an diesem soooo besonderen Geigenbogen – wird sie es schaffen, den Bogen zu schützen und gleichzeitig ihr Ziel, die Prüfung zu schaffen, erreichen? Eine so spannende und gleichzeitig poetische Geschichte um das Mutmachen, Träume zu leben und dafür zu kämpfen! Lizzie – eine tolle junge Heldin! Unbedingt lesen!

Für alle Leser/innen ab 11 Jahren

Rodney Bennett, Der magische Bogen – Verlag Freies Geistesleben, € 16,90

Susanne Böckler

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15kopflosetageFynn Flemming unser Schüler-Praktikant (15 Jahre) hat für uns „15 kopflose Tage“ von Dave Cousins gelesen und gleich eine schöne Rezension dazu abgeliefert! Vielen Dank dafür!

Laurence Roach ist 15 und hat ein großes Problem: seine alkoholkranke Mutter ist verschwunden. Das hält ihn nicht davon ab, jeden Abend zur Telefonzelle zu gehen und bei einem Radiogewinnspiel mitzumachen. Niemand darf erfahren, dass seine Mutter weg ist weil er und sein Bruder Jay sonst in Pflegefamilien gesteckt werden.

Als er jedoch Mina kennenlernt, hat er eine Vertrauensperson gefunden mit der er dann auf die Suche nach seiner Mutter geht. Das Buch ist, anders als das Cover vermuten lässt, eher ein ernstes Buch mit Comedyelementen, die Figuren sind liebenswert geschrieben und man fiebert mit dem Protagonisten mit. Der Autor zieht das Thema nicht ins Lächerliche, sondern schreibt eine spannende Geschichte, die mir gut gefallen hat. Das Buch ist gerade neu erschienen im Verlag Freies Geistesleben und kostet 17,90 € – empfohlen ist es für Leser ab 13 Jahren.

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killerkatzeTagebuch einer Killerkatze (Anne Fine/Axel Scheffler, Moritz Verlag 9,95 €)

Eine Empfehlung für alle kleinen und großen Katzenfans!

Ann-Kristin Kambach, eine liebe Kundin und große Katzenfreundin hat dieses hinreißende Kinderbuch von Anne Fine für uns gelesen und uns gleich eine schöne Buchbesprechung dazu geschickt!

„Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, handelt es sich bei Kuschel nicht wirklich um eine „Killerkatze“, sondern um eine gewöhnliche Hauskatze, die gerne ihrer Menschenfamilie von ihren Streifzügen durch die Gärten etwas mitbringt. Mal ist es ein „Flatterbällchen“, mal eine tote Maus. Doch als Kuschel dann den toten Hasen der Nachbarn anschleppt, hängt der Haussegen richtig schief und die Familie muss sich überlegen, was sie jetzt mit dem Hasen machen sollen.

Eine schöne Geschichte aus Sicht der Katze, humorvoll geschrieben und von wunderbaren Illustrationen begleitet. Ein Buch nicht nur für Kinder.“

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Einige weitere entzückende Erstlesebücher (zum Vorlesen aber auch bestens geeignet) aus dem Moritz Verlag möchte ich Ihnen bei der Gelegenheit auch gleich noch sehr ans Herz legen:

Die von Rose Lagercrantz wunderbar herzenswarm erzählten und durch Eva Eriksson genial illustrierten 3 Bände um die beiden Freundinnen Dunne und Ella-Frida und ihren Kinderalltag mit allen kleinen und großen Freuden, die sie zusammen erleben – aber auch Kummer, denn nachdem die beiden wirklich beste Freundinnen geworden sind und alles zusammen gemacht haben, zieht Ella-Frida mit ihrer Familie in eine andere Stadt.

Dass eine Freundschaft aber daran nicht zerbrechen muß, zeigen die beiden weiteren Bände mit den beiden Mädchen und wie wichtig Freundschaft auch für Kinder in Zeiten des Kummers ist. „Mein glückliches Leben“ hat bereits viele Auszeichnungen erhalten, „Mein Herz hüpft und lacht“ wurde gerade mit dem Kinderbuchpreis NRW ausgezeichnet. Ich bin mir sicher, auch der 3. Band „Alles soll wie immer sein„, der gerade eben erst erschienen ist, wird ebenso viel Aufmerksamkeit bekommen.

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Eine Empfehlung für alle kleinen Krimifans ist „Kommissar Gordon: der 1. Fall“. Kommissar Gordon ist sehr berühmt und der Schrecken aller Diebe. Aber er ist nun auch schon sehr alt und verbringt seine Zeit gerne an einem wärmenden Kaminfeuer mit einer guten Tasse Tee und einem Muffin. Doch nun sind im Wald Diebe am Werk gewesen und Kommissar Gordon muß den Fall lösen, trotz Eis und Schnee. Wenn er doch nur eine Assistentin hätte, die ihn unterstützen könnte, damit dieser schwere Fall schnell aufgeklärt werden kann und Kommissar Gordon bald wieder in die gemütliche Polizeistation zurückkehren kann.

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Ganz entzückend ist auch diese Geschichte, liebenswerte Figuren und doch auch spannend für kleine Krimileser! Auch hier sind Text und Bild auf schönste Art stimmig. Wie schön, dass es so tolle Kinderbücher gibt, bei denen auch uns Erwachsenen das Herz aufgeht!

Vielen Dank dafür an den Moritz Verlag!

Susanne Böckler

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Clara und Finnclarafinn (Jaap ter Haar, Urachhaus, 12,90 €) sind Zwillinge. Finn ist manchmal wild, besonders dann, wenn Clara sich ein bisschen ängstigt. Zusammen jedenfalls sind sie ein tollles Team! Auch wenn sie Mama und Papa damit manchmal zur Weißglut bringen.

Am liebsten denken sie sich kleine Streiche aus und manchmal geht auch einfach nur so etwas schief, so wie an dem Tag, als  Clara und Finn mit Papa im Zug ans Meer fuhren und versprachen, gut auf ihre Köfferchen zu achten. Der arme Papa musste mehr als einmal rennen, um ein vergessenes Köfferchen aus öffentlichen Verkehrsmitteln zu retten.
Manchmal passieren Clara und Finn auch lustige Sachen, so wie an dem Tag, als sie Geld für zwei Eis hatten. Dafür bekamen sie am Ende aber irgendwie sechs Eis. So konnten Mama und Papa auch jeweils eines bekommen.

Katia Simon

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bernieEs geht dem Leser schon sehr nah, wie sehr Leonore, genannt Leo, versucht Bernie, den neuen Freund ihrer Mutter, loszuwerden.  Aktion Bernie raus von Hilde Vandermeeren (Urachhaus, 11,90 €) ist eine Geschichte über Liebe, über Verlustangst, über Familienzusammenhalt und über Sehnsucht.

Leo versucht wirklich alles, um den neuen Freund ihrer Mutter zu vertreiben. Sie lügt, dichtet schlimme Lieder über ihn und behandelt ihn schlecht. Doch Bernie haut weder ab, noch wird er zu einem Monster, das nur leere Versprechungen macht und ihr die Mutter wegnimmt.
Stattdessen bringt Bernie Isabelle in Leos Leben. Das mit Leo und dem Hund Isabelle ist zwar erst Liebe auf den zweiten Blick, aber dafür umso heftiger. Als dann die Beziehung zwischen Bernie und Leos Mama doch ins Wanken gerät, springt Leo über ihren Schatten.

Ein Ende voller Liebe, aber kein Happy End.

Katia Simon

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calpurnia

Eine ganz besondere Entdeckung für mich war Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen (Hanser, 16,90 €)! Grandios!

Nicht nur von außen ist das Buch  ausgesprochen hübsch. Auch die Innenseiten sind mit Naturzeichnungen von  Sybille  Merian versehen. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat von Charles Darwin.

Texas 1899 – Calpurnias ist fast 12 Jahre alt, als sie beginnt, über ihr Leben nachzudenken.  Von der Mutter mit ewigen Klavierübungen  und Kochlektionen gequält, will man aus ihr eine patente Hausfrau machen. Doch Calpurnia hat anderes im Sinn: Sie läuft mit offenen Augen durch die Welt – und die Natur. Sie ist wie ein Schwamm, der alles aufsaugt , was um ihn herum geschieht. Durch einen Zufall baut sie zu ihrem Großvater, den alle für ein bisschen verrückt halten, weil er so „komisches Zeug“ wie „Die Entstehung der Arten“ von Charles Darwin liest, eine besondere Beziehung auf, und für Calpurnia erschließt sich eine neue Welt. Sie hinterfragt, sie beobachtet scharfsinnig und blüht regelrecht auf. Eines Tages wagt sie sogar den Gedanken zuzulassen: „Was wäre, wenn ich ein Studium begänne?!“

Ein *hach* wunderwunderschönes Buch mit einer berührenden Protagonistin, an die ich von der ersten Seite an mein Herz verloren habe. Richtig gut übersetzt und rundum einfach nur eine große Empfehlung wert – nicht nur für Jugendliche!!!!

Katia Simon

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dunneMein glückliches Leben (Moritz Verlag, 11,95 €) Dunne zählt die glücklichen Momente ihres Lebens und davon gibt es viele! Die meisten davon erlebt sie mit ihrer besten Freundin Ella Frida – die sitzt natürlich auch in der Schule neben Dunne.
Eines Tages erfahren die Mädchen, dass Ella Frida wegzieht und für Dunne beginnt eine schwierige Zeit. Doch nach jedem Regen kommt auch wieder die Sonne: Dunnes Sonne sind die Briefe von Ella Frida und deren Einladung für die Sommerferien!
Ein wunderschönes schwedisches Kinderbuch über das Leben, über Freundschaft und Abschied. Rose Lagercrantz ist eine wunderbare Autorin, die in die Herzen und Köpfe der Kinder schauen kann. Es konnte auch keine bessere gefunden werden als Eva Eriksson, um die emotionsreichen Strichzeichnungen zu zaubern!

Rundum ein gelungenes Buch, das nicht ohne Grund 2012 für den Jugendliteraturpreis nominiert wurde.

Schon bald – im September 2013 – wird die Fortsetzng erscheinen Mein Herz hüpft und lacht. I

Ich durfte es vorab schon lesen und bin  sehr, sehr, sehr verzaubert!

Katia Simon

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feuerbergEin Fall für Laura Marlin – Der Feuerberg von Lauren St John (Freies Geistesleben, 15,90 €) ist schon der zweite Fall für die junge Hobbydetektivin Laura, die mit ihrem dreibeinigen Husky Skye bei ihrem Onkel im malerischen St. Yves lebt.

Und dieser zweite Fall ist noch spannender als der erste: In einem Preisausschreiben gewinnt Laura eine Kreuzfahrt für zwei Personen in die Karibik – klar, dass sie die Reise mit Onkel Calvin antritt. Durch einen Zufall gelangen Lauras Hund Skye und ihr bester Freund Tariq aber ebenfalls aufs Kreuzfahrtschiff und sind zur Stelle, als Laura sich über allererste seltsame Dinge wundert.

Schnell ist Laura klar, dass hier wieder nur die international agierende Bande Pik Ass am Werk sein kann. Als dann auch noch Onkel Calvin spurlos aus seiner Kabine verschwindet und die Kinder gekidnapped werden, beginnt das Abenteuer so richtig.

Ein superspannender Detektivroman, der Lust macht auf weitere Laura Marlin-Fälle!

P.S. Die Empfehlung zum 1. Fall finden Sie ganz unten!

Katia Simon

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Riesen sind groß, oder?
MunkeltroggMunkel Trogg, Hauptfigur des gleichnamigen Buches von Janet Foxley (Fischer, 12,99 €) , ist genau das nicht.

Er ist viiiiel kleiner als sein kleiner Bruder und als alle anderen Riesen im Rumpelberg. Er ist höchstens so groß wie ein Kleinling – so nennen die Riesen die Menschen. Deshalb machen sich sie anderen Riesen lustig über Munkel. Damit er nicht immer verprügelt wird, schwänzt er die Schule und rasselt deshalb glatt durchs Gigantur. Was für eine Schande!
Als  sein großer kleiner Bruder Rabauz aber dann aus Versehen einen Schuldrachen verliert und der Drachenfamilie schlimmer Konsequenzen drohen, kommt Munkels große Stunde …

Eine wunderbar warmherzige und richtig lustige Geschichte darüber, dass die Kleinsten manchmal einfach nur die Größten sind, und ein toller (Vor-)Lesespaß! Steve Wells hat das Buch unkonventionell aufwendig gestaltet mit vielen Bildern und „Special Effects“.

empfohlen von Katia Simon

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Zehn Jahre lang hat Katia Simon äußerste Geduld bewiesen – aber jetzt ist er endlich da, der neue Pettersson und Findus: Findus zieht um (Oetinger, 12,95 €) Hurra!!!

findusJede Katze – und auch jeder Katzenbesitzer – weiß, dass es morgens  um vier am schönsten ist, wild im Bett rumzuhopsen. Das geht einfach  nicht anders! – Das merkt auch Pettersson. Alles appellieren an Findus, drohen, bitten, betteln und flehen, endlich damit aufzuhören, hilft nicht: Der Kater wacht jede Nacht pünktlich um vier Uhr auf und muss ganz furchtbar dringend eine Runde hopsen!

Pettersson wird um den Schlaf gebracht und es muss dringend eine Lösung her! „Dann ziehe ich um!“, entscheidet der Kater kurzerhand und die Geschichte nimmt ihren Lauf: Findus zieht in ein altes Klohäuschen und fühlt sich dort pudelwohl. Er kann hopsen wann und so viel er will, die Hühner kommen ihn besuchen und sein Abendbrot isst er einfach direkt im Bett!

Und Pettersson? – „All die armen Leute, die allein sind und keine Katze haben. Ich Armer!“ Der Alte vermisst Findus ganz fürchterlich … Was kann er jetzt nur tun?

Sooo ein schönes Bilderbuch! Die Geschichte und die Illustrationen von Sven Nordqvist sind charmant und liebevoll wie immer. Ein großer Lesespaß! Auch wenn ich zugeben muss, dass Wie Findus zu Pettersson kam trotzdem mein Lieblingsband bleiben wird …

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Ein fabelhaftes Bilderbuch ist Die fabelhafte Entdeckung nacherzählt von Ranga Yogeshwar (Fischer Schatzinsel, 14,90 Euro), findet Katia Simon.

Ein ungleiches Paar sind die beiden Hunde Kala und Lakshmi. Der eine klein, schwarz und ängstlich – der andere groß, buntgefleckt und mutig! Zusammen streifen die beiden gerne durch den Dschungel. Dort entdecken sie eines Tages einen geheimnisvollen Tempel, den Kala und Lakshmi nacheinander betreten.

Warum verlässt Kala ihn schon nach kurzer Zeit mit gesträubtem Fell und füchterlicher Angst, während Lakshmi sich darin ganz wunderbar amüsiert? Eine kleine Weisheit mit großer Bedeutung für das ganze Leben verbirgt sich in dem geheimnisvollen Tempel …

Die fröhlichen Illustrationen von Nina Dulleck mit liebevollen Details laden dazu ein, auf den einzelnen Seiten ein Weilchen zu bleiben und zu entdecken.

Ein schönes Bilderbuch mit einer wunderbaren Botschaft – auch oder ganz besonders für Erwachsene.

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Katia Simon gefällt das Bilderbuch Der kleine Biber und sein großer Nagezahn (Freies Geistesleben, 14,90 Euro)

Der kleine, knuddelige Biberjunge hat mein Herz im Sturm erobert! Sein melancholisch-trauriger Gesichtsausdruck weckt in mir sofort das Bedürfnis ihn in den Arm zu nehmen und trösten zu müssen. Und so tauche ich ein in die Geschichte und schwelge in den poetischen Illustrationen von Sarah Fox-Davies, auf denen man jedes einzelne Biberhaar erkennt und die Borke der Bäume so lebensecht wirkt. Sie  ergänzen Amy MacDonalds Geschichte um den kleinen Biber, der sich ganz furchtbar erschreckt, weil sein großer Nagezahn plötzlich wackelt, so vortrefflich, dass ich mir keine anderen vorstellen könnte!

Und so begleite ich den verschreckten Biberjungen mit dem Wackelzahn, der vor lauter Scham nicht mit seinen Freunden – der Ente, dem Otter und der Schildkröte – spielen mag. Was werde ich sein, wenn mir der große Nagezahn fehlt?, fragt er sich und macht sich auf die Suche. Ist er vielleicht gar kein Biber, sondern in Wirklichkeit ein Murmeltier, eine Bisamratte oder vielleicht ein Stachelschwein? – Zum Glück trifft der kleine Biber auf seinem Weg den großen, alten und weisen Biber, der ihm die Sache mit den Wackelzähnen erklärt.

Dass „echte“ Biber in Wirklichkeit keine Wackelzähne haben, erfährt der Leser gleich zu Beginn des Buches, aber ein bisschen Fantasie will schließlich erlaubt sein! Ein wunderbares Bilderbuch für Wackelzahnkandidaten, aber auch für begeisterte Bilderbuchsammler und Freunde hochwertiger Kinderbuchillustration. Von mir eine begeisterte Empfehlung!

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Katia Simon empfiehlt Kriegswinter von Jan Terlouw (Urachhaus, 14,90 €)

Der 16-jährige Michiel erlebt den letzten Kriegswinter in den Niederlanden. Durch einen Zufall wird der Junge in die Arbeit von niederländischen Widerstandskämpfern verwickelt und trägt plötzlich die Verantwortung für einen englischen Piloten, der abgestürzt ist und nun verwundet in einer Höhle im Wald haust. Michiel weiß, dass er das Geheimnis gut hüten muss. Wem kann er vertrauen? Eine gefährliche Zeit für Michiel beginnt, in der er auf sein Gefühl vertrauen muss. Eine große Geschichte um Verantwortung, Verrat, Verlust und Enttäuschung.

Sensibel und mit großem historischen Wissen hat Jan Terlouw die faszinierende Geschichte von Michiel eingefangen. Ein Buch, das man nach dem „Anlesen“ so schnell nicht wieder aus der Hand legen mag. Und gern in einem „Haps“ verschlingt.

In den Niederlanden war das Buch bereits ein großer Erfolg und wurde für das Kino verfilmt.

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Katia Simon und Susanne Böckler sind begeistert von:

Pampa Blues von Rolf Lappert (Hanser, 14,90€)

Ein Haufen skurriler Typen in einer absolut öden Gegend – und mittendrin der halbwüchsige Ben, auf der Suche nach seinem Platz in der Welt.

Er trägt die Verantwortung für seinen senilen Großvater, der ihn zum Gärtner ausbildet. Doch eigentlich würde Ben viel lieber Automechaniker werden. Und noch viel lieber würde er mit seinem zebragestreiften Bulli gen Afrika aufbrechen, wäre er nicht erst 17… Und so schraubt Ben im verschlafenen Wingroden an Autos und Melkmaschinen herum, und dreht Runden in einem Tuktuk, während seine Mutter – eine Jazzsängerin – auf Tournee ist.

Es wäre also alles ziemlich langweilig, wenn nicht Maslow, Finanzier und Visionär des Dorfes, auf die verworrene Idee käme, Wingroden mit einem Trick in der ganzen Welt bekann zu machen. Und Ben soll sein Komplize sein. Als dann noch die junge, attraktive Lena auftaucht, die etwas Seltsames im Schilde zu führen scheint, wird das Chaos perfekt!

Ein mit feinen Nuancen erzählter Roman, deren liebenswerte Figuren sich bereits auf den ersten Seiten in unsere Herzen geschlichen und dort eingenistet haben. Eine rührende, aber nicht rührige Geschichte, die ihren Platz nicht nur im Jugendbuchregal verdient hat. Eine große Lesempfehlung von uns beiden!

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Was macht die Katze in der Nacht? – das fragt sich Katrin Wiehles Figur Ludwig (Beltz  Gelberg, 12,95 €)  und weil Buchhändlerin Katia Simon das auch gerne mal wüsste, hat sie gespannt dieses Bilderbuch gelesen.

Kindergartenkind Ludwig ist den ganzen Tag auf Achse. Er frühstückt, spielt, liest  und tut vieles mehr. Was macht die Katze? – Sie schnurrt und schäft , wie immer.

Ganz schön langweilig findet Ludwig, aber er weiß ja auch nicht, was seine Katze so Aufregendes erlebt, sobald er im Land der Träume ist. Aber der Leser erfährt es und darf die die Katze eine ganze Nacht lang durch die Stadt begleiten.

Augenzwinkernde llustrationen ohne Schnörkel, auf denen es jede Menge zu entdecken gibt, und eine Geschichte in lustigen Reimen machen dieses Bilderbuch zu einem ungewöhnlicher Mix aus Sachbuch, Wimmelbuch und Geschichte zum Vorlesen und vor allem zum immer-wieder-Angucken!

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Ein Buch so schön, dass es fast schon weh tut!

Katia Simon hat Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler von Marie-Aude Murail gelesen. (S. Fischer, 16,95 €)

Ein Buch, das mich – wie schon lange keines mehr – so richtig aus den Socken gehauen hat!

Mit viel Liebe zum Detail hat mich Marie-Aude Murail  auf 570 Seiten ins 19. Jahrhundert versetzt – aus dem ich am liebsten nicht mehr hervorgekrochen wäre – und mich Charity Tiddler, die  einsame Tochter wohlhabender englischer Eltern, vom Kindesalter bis zu jungen Frau begleiten lassen.

Es ist ein Roman, der ohne große Ereignisse auskommt, und (fast) allein vom eigenwilligen Charme der Protagonistin lebt. Charity wächst durch den Einfluss ihrer Mutter ziemlich isoliert auf. Im Gegensatz zu ihren Cousinen, die ein schillerndes und abwechslungsreiches Leben führen, verbringt Charity die meiste Zeit mit ihrer Nanny und später mit ihrer Gouvernante – und mit ihren Tieren.

Murail ließ sich für das Buch stark von Beatrix Potter inspirieren und hat mit dem ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler eine Art fiktive Biografie der englischen Kinderbuchautorin und -illustratorin geschaffen.

Wie Beatrix Potter lernt auch Charity zu zeichnen und zu aquarellieren. Zu Beginn noch lustlos entwickelt sich genau das zu ihrer großen Leidenschaft – neben ihrer Begeisterung für die Natur. Als sie später anfängt, mit ihren Geschichten und Illustrationen eigenes Geld zu verdienen, kommt es zu großen Spannungen mit ihren Eltern. So etwas schickt sich nicht für eine Frau! Doch aus der jungen, beeinflussbaren Charity ist eine selbstbewusste, starke Frau geworden, die ihre eigenen Entscheidungen trifft.

Neben der berührenden Geschichte über Charity Tiddler sind die es wunderschönen Aquarelle von Philippe Dumas – unübersehbar von Beatrix Potters‘ Stil inspiriert, aber nicht kopierend – die das Buch zu etwas ganz Besonderem machen.

Der Verlag empfiehlt die Lektüre ab 10. Für kleine „Bücherfresserchen“ durchaus passend, ich würde das Buch aber auch (älteren) Jugendlichen  bedenkenlos in die Hand drücken und auch erwachsenen Lesern sehr ans Herz legen!

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Katia Simon ist begeistert von Funkensommer von Michaela Holzinger (Freies Geistesleben, 15,90€)

Hannah erlebt einen wahren Funkensommer! Es prickelt, es flirrt und manchmal fliegen auch die Fetzen. Es ist ein Sommer, in dem sie von Beginn an spürt, dass Veränderung in der Luft liegt.

Hannah ist über beide Ohren verliebt in Finn und Finn auch in sie. Alles könnte ganz wunderbar sein, wenn es da nicht zwei große Haken gäbe:
Hannahs großer Bruder Raphael darf nicht von ihrer Liebe erfahren, denn Finn ist der Sohn von Raphaels Chef.
Außerdem findet Hannah kaum Zeit für Finn, weil sie auf dem Bauernhof ihrer Eltern so eingebunden wird. Als ihre Freunde ein Fest feiern, fungiert sie als Schweinegeburtshelferin und während die anderen im See baden, muss sie die Ernte mit dem großen Traktor einfahren.

Hannah würde am liebsten alles hinschmeißen und nur das tun, was sie möchte. Doch sie traut sich nicht.

Und die Probleme werden immer mehr: Was ist eigentlich mit Hannahs bester Freundin Jelly los? Erst dreht sie wahnsinnig auf und dann zieht sie sich plötzlich zurück. Und was ist der wahre Grund für Raphaels komisches Verhalten?
Hannah sieht sich auf einmal großen Herausforderungen  gegenüber und muss Entscheidungen treffen!

Beim Lesen des Romans habe ich trotz aller Schwere der Themen eine wahnsinnige Leichtigkeit gespürt und ein Sommergefühl, das mich sehr beeindruckt hat! Besonders gut gefallen hat mir außerdem die liebevolle Gestaltung – die sorgfältig ausgewählte, geschwungene Typografie der Kapitelüberschriften und der Paginierung, sowie der sommergelb gefärbte Schnitt des Buches!
Eine perfekte Sommerlektüre für Mädchen ab 13.

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Katrin Reichardts Empfehlung:

Sehr spannend fand ich Ein Fall für Laura Marlin  – Die Todesbucht (Freies Geistesleben, 15,90 €) von Lauren St. John. Der erste Band einer vielversprechenden Reihe um die Abenteuer des Mädchen Laura Marlin und wieder ein aufregendes Buch der Autorin von Die weiße Giraffe, Die Nacht der DelfineDer letzte Leopard und Das Tal der Elefanten.

Hauptperson ist das Mädchen Laura Marlin, das in einem Waisenhaus in England lebt. Nach genau 11 Jahren, einem Monat und fünf Tagen ist es endlich soweit: Sie darf das Waisenhaus verlassen und zu ihrem noch unbekannten Onkel ziehen! Obwohl sie sich so gefreut hat, endlich zu einem Verwandten zu kommen, bricht sie mit gemischten Gefühlen auf. Wird sie jetzt endlich die Abenteuer erleben, von denen sie immer geträumt und in ihrem Büchern gelesen hat? Oder wäre sie doch besser in ihrer gewohnten Umgebung geblieben?
Kaum bei ihrem Onkel Calvin Redferm in einer kleinen Stadt in Cornwall angekommen, wird die Frage beantwortet: Es wird sehr mysteriös!!
Ihr Onkel ist ein wortkarger Mensch, der sich kaum um sie kümmert und auch die Haushälterin gibt Laura so einige Rätsel auf.
Und warum verschwindet ihr Onkel nachts auf dem Küstenpfad in die Todesbucht? Was für ein Geheimnis umgibt ihn und den Pfad, den sie selber nicht betreten darf?
Zusammen mit ihren beiden neuen Freunden Tariq, einen stummen asiatischen Jungen,und Skye, einem dreibeinigen Husky, stürzt sie sich in ihr erstes gefährliches Abenteuer …

Ein gelungener, spannender Auftakt der neuen Reihe von Lauren St. John. Nicht nur zu empfehlen für 11jährige Mädchen!

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Von Katia Simon mit großer Begeisterung gelesen:

Wirst du mich immer lieb haben?, (Eve Tharlet und Catherine Leblanc, Verlag minedition, 12,95 €) fragt der kleine Bär seine Mama, denn er hat seine Jacke zerrissen und deswegen ein schlechtes Gewissen.

“Aber natürlich, warum sollte ich dich deshalb nicht mehr lieb haben?”, antwortet ihm der Mama-Bär. Doch der kleine Bär ist sich nicht ganz sicher. Er fragt weiter, Bilderbuchseite für Bilderbuchseite:

“Und wenn ich alle meine Sachen kaputt machen würde, hättest du mich dann immer noch lieb?”

“Und wenn ICH dich nicht mehr lieb haben würde?”

“Und wenn du jemand anderen mehr lieb hast als mich?”

Geduldig antwortet Mama Bär ihrem Kleinen auf diese Frage immer und immer wieder. “Du bist und bleibst mein kleiner Bär, den ich immer und trotz allem lieb haben werde. das hört niemals auf!”

Eine sensible Geschichte über die grundlegendste Frage von allen: Nimmst du mich an, genau so wie ich bin und mit all meinen Fehlern?

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Regenwurmtage von Antje Damm (Moritz Verlag, 9,95 €) erzählt davon, wie es ist, wenn man in die Schule kommt. Wie fremd es sich anfühlt, mit all den Regeln und den neuen Kindern.

Ida freut sich auf den ersten Schultag. Sie hat einen wunderschönen, neuen rosa Ranzen mit Pferden drauf und viele Fragen im Kopf: “Was macht man den ganzen Tag in der Schule? Lernt man was über Elefanten und Schneeglöckchen? Oder wie man Schokoladenkuchen backt? Oder warum die Blätter im Wind tanzen?”

Und dann ist doch alles ganz anders: In der Schule riecht es komisch und statt über Schokoladenkuchen zu sprechen, erklärt die Lehrerin den Kindern die Regeln in der Schule. Und dann setzt sich auch noch ein Junge neben Ida! Zu allem Unglück bekommt Ida direkt am zweiten Schultag als einzige einen Eintrag ins Hausaufgabenheft. Und das alles nur, weil sie Regenwürmer gerettet hat. Wie peinlich!

Wie ausgerechnet die Regenwürmer Ida zu einem neuen besten Freund verhelfen und zu jeder Menge Spaß, davon erzählt das wunderbar poetische Buch mit den charakteristisch-kraftvollen Illustrationen von Antje Damm.

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Schon das Cover von Sophie und das verwunschene Haus von Gerlinde Kurz (Urachhaus, 13,90 €) hat mich sofort fasziniert: das romantisch-geheimnisvoll zugewachsene Haus, in das der schwarze Kater wie selbstverständlich hineinläuft, während das Mädchen hinter ihm noch zögert.

Und genau so beginnt die Geschichte: Sophies Kater hat – mal wieder – seinen eigenen Kopf, rennt durch den verwilderten Nachbarsgarten und direkt in das Haus. Sophie folgt ihm und begegnet dort Theodora. Sie ist sofort fasziniert von der uralten Dame, die nicht nur gut gefüllte Fotoalben, sondern auch einen Kopf voller Geschichten aus ihrem rasanten Leben hat.

Sophie freundet sich mit Theodora an – und da beginnen die Probleme. Sie zerstreitet sich deswegen furchtbar mit ihrer besten Freundin Lotta, die daraufhin viel Zeit mit Sophies großem Bruder Matthis verbringt. Das wiederum macht Sophie eifersüchtig.

Doch Theodora weiß Rat, aber nicht nur das. Sie zeigt Sophie ihr großes Geheimnis in der Garage. Dort steht Theodoras uraltes Auto, mit dem sie in ihrer Jugend eine ganze Weltreise unternommen hat. Plötzlich träumt Theodora von einer neuen großen  Reise und auch für Sophie gibt es überraschende Neuigkeiten …

Eine herzwärmend-überraschende Erzählung für Kinder ab 8 Jahren von Freundschaft und Mut, über das Leben und nicht zuletzt auch über das Reisen.

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